Endlich Beinfreiheit in der Westerberg-Mensa!

Der Zustand in der Mensa am Westerberg wurde in den letzten Jahren immer schlimmer. Da insbesondere die FH ihre Studentenzahlen hier oben massiv ausgeweitet hat, wurden immer mehr Tische in den Raum gequetscht. Dies hatte viele Vorteile, zum Beispiel wurde die Disziplin massiv gestärkt. Denn da das Aufstehen mitunter nur mit Unterstützung der ganzen Sitzreihe funktionierte, wartete man besser höflich, bis die Tischnachbarn aufgegessen haben. Auch für den Umweltschutz war dies sicherlich positiv, denn die Enge der Sitze schien bei modernen Flugzeugen ihr Vorbild gefunden zu haben - und erinnerte so tagtäglich an die negativen Seiten eines Fernurlaubs.

Seit ich angefangen habe hier zu studieren war es ein Running-Gag, dass nächstes Jahr der Baubeginn der neuen Mensa sein sollte. Doch während Hurd am 19. Oktober 2009 ein erstes Release herausgebracht hat, sind an dem zukünftigen Mensastandort immer noch keine Bagger zu sehen.

Doch nun, seit dem Sommersemester 2010, hat das Studentenwerk endlich eine Lösung gefunden. Die Platzanzahl wurde einfach radikal reduziert (auf den Stand von 1975) und die entsprechenden Tische in die Cafeteria ausgelagert. Erstrahlt die Cafeteria am Schloss seit dem Sommer 2009 im neuen Glanz einer Villa Kunterbunt und ist seit Januar auch wieder mit aktuellem Lesematerial ausgestattet, so hat die Cafeteria im AVZ in der Mittagszeit (also während ich diesen Beitrag schreibe) jetzt den Charm einer Kaserne. Passt ja irgendwie zum Umfeld, schließlich wandern die ehemaligen Gebäude der Briten hier nun nach und nach in den Besitz von FH und Uni. Ok, irgendwie hatte ich vermutet, man würde diese Gebäude modernisieren und in Licht- und Platzdurchflutete Raumwunder verwandeln, aber anders herum geht es natürlich auch.

Aber hey, ich will hier ja gar nicht meckern. Das ganze geschieht laut einem ausliegenden Flyer auf Anordnung der Behörden, gerüchteweise der Feuerwehr, Stichwort Brandschutz. Aus diesem Grund sind auch die Getränke- und (Nachtrag: wo die Getränkeautomaten nun stehen hab ich noch nicht herausgefunden) Pfandautomaten vom Treppenhaus in die Cafete gewandert, denn an der Wand im Treppenhaus sind sie natürlich brandgefährlich. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn im Ernstfall ein Student versuchen würde, durch die massive Mauer zu flüchten! Laut dem Flyer soll die neue Mensa mit 1.000 Sitzplätzen übrigens jetzt ab 2012 fertig sein. Freuen wir uns also, im nächsten Jahr dann auch endlich Duke Nukem Forever spielen zu können.

In diesem Sinne also, auf gutes Studieren! Meine Motivation, im Sommer fertig zu sein, ist jedenfalls massiv gestiegen.

Update: Bilder aufgetaucht: Die Mensa 1975

2. Update: Antworten von Uni-Leitung und Studentenwerk (letztere auch hier in den Kommentaren).

Comments

Muss ich arbeiten, sonst erledigt sich das Problem für mich auf andere Weise. ;-)

Bei dem schönen Wetter kann man sich aber auch einfach mit dem Tablett nach draußen begeben und ein kleines Picknick machen :)

Ernsthaft? Ich hätte lieber Container (oder n Zelt...) vor dem AVZ als im Stehen essen zu müssen. Hässlicher wird der Bau dadurch sicher nicht. Zum Glück bin ich zeitlich etwas flexibel und kann die Stoßzeiten umgehen.
Aber ein Zustand kann das echt nicht sein, schon gar nicht für zwei Jahre (haha, wers glaubt...).

Wäre schön, wenn in der StuPa-Sitzung (Mittwoch, 21. April, 16 Uhr im Raum 01/EZ04) ein paar Westerbergstudenten als Gäste dabei wären. Leider ist der WB dort bekanntermaßen leicht unterrepräsentiert.

Wo ist die Studentenvertretung, wenn man sie mal braucht?

Hab ich heute mittag darüber in Kenntnis gesetzt, wenn du auf die studentischen Vertreter im Studentenwerk anspielst ;-). Im StuPa nächste Woche wird das wohl auch thematisiert werden. Die Möglichkeiten sind dort natürlich begrenzt; man könnte die Uni auffordern, übergangsweise die Raumplanung zu ändern und einen der Hörsäle mittags freizuhalten. Ob das organisatorisch kurzfristig machbar ist? Ein paar schöne Container vor der Tür will sicher auch niemand haben. Und eine kurzfristige Erweiterung des AVZ? Bitte nicht, mir wäre lieber das Ding würde endlich komplett überflüssig^^. Aber erstmal schauen was das Studentenwerk dazu sagt, vielleicht ist ja bereits eine Lösung in Planung.

HeHe... habe herzhaft gelacht! Ihr Armen, Mensch!

Und ich dachte schon, dass wir hier in der Villa Kunterbunt leiden würden. Aber in Anbetracht der von dir beschriebenen Zustände am Westerberg, erscheint mir "unser" Problem mit den Farben gleich viel kleiner!

Munter. Martin

Haha, sher amüsant. Außerdem freue ich mich jetzt Duke Nukem Forever in der neuen Mensa spielen zu können ;)

Sehr geehrter Herr Tapken,

vielen Dank für ihren Hinweis auf den von ihnen verfassten Beitrag im Uni-Blog und den Link zu den Kommentaren. Sie bitten uns um Beteiligung an der Diskussion. Als Geschäftsführerin des Studentenwerks nehme ich diese Bitte gern auf. Es ist sehr verständlich, dass sie, wie auch andere Studierende im Blog, die Zustände in der inzwischen veralteten Mensa AVZ beklagen. Darin stimmen wir völlig überein. Auch unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen leiden unter der drangvollen Enge und den unzeitgemäßen Produktionsbedingungen. Ich habe sehr viel Respekt, dass sie trotz dieser Rahmenbedingungen immer wieder sehr motiviert sind und allen Ehrgeiz daran setzen, abwechslungsreiche und leckere Mahlzeiten für die Studierenden zu zaubern.

Zu einigen angesprochenen Punkten möchte ich ihnen gern zusätzliche Erläuterungen geben:

Der Neubau der Mensa ist bereits seit vielen Jahren im Gespräch. Auch wir sind enttäuscht, dass das Projekt immer noch nicht realisiert wurde. Formal ist es so, dass die Fachhochschule Bauherr der neuen Mensa an der Barbarastraße ist, die für den Hochschulcampus Westerberg für die Studierenden der Uni und der FH gebaut und vom Studentenwerk betrieben werden wird. Der Architektenwettbewerb wurde im Jahr 2008 abgeschlossen. Die Grundlage war ein Raumprogramm des Studentenwerks, das 2007 vom Land genehmigt worden war. Da die Fachhochschule Bauherr dieser Maßnahme ist, kann auch sie nur verbindliche Angaben zu dem zeitlichen Rahmen und dem Projektverlauf machen. Nach unseren Informationen, die wir von der Fachhochschule haben, wird das Jahr 2012 geschätzt. Daher sind wir in unserer schriftlichen Information an die Mensagäste, die wir ausgelegt haben, von diesem Jahr ausgegangen.
In dem Schreiben haben wir auch die Hintergründe für die jetzt notwendige Reduzierung der Tische und Stühle deutlich gemacht. Es ist tatsächlich so, dass die Mensa nach der immer noch geltenden Versammlungsstättenverordnung für eine bestimmte Platzzahl ausgerichtet ist. Da die Anzahl der Studierenden am Westerberg sehr stark angestiegen ist, hatten wir im Laufe der letzten Jahre zusätzliche Stühle und Tische aufgestellt, damit die Schlangen kürzer werden und mehr Studierende versorgt werden können. Bei einer bauaufsichtlichen Begehung sind wir nun allerdings aufgefordert worden, die Platzzahl wieder so zu reduzieren, dass sie im Einklang mit der Versammlungsstättenverordnung steht. Um vielleicht dennoch mehr Studierenden die Gelegenheit zu einem Mittagessen zu geben, haben wir einige Mensa-Tische in die Cafeteria gestellt. Wir haben uns hier für die Funktionalität entschieden, die leider nicht zu einer Verbesserung der Atmosphäre führen kann.
In unserem Informationsschreiben haben wir weiter eingeräumt, dass die Situation der Versorgung in dieser Mensa und Cafeteria nicht verbessert wird, sondern ein Höchstmaß an Toleranz und Verständnis erfordert. Wir hatten unseren Gästen weiter versichert, dass wir ihnen unter diesen Bedingungen mit unserem Service die Situation so angenehm wir möglich machen werden. Dies wird unser Anliegen bleiben.
So haben wir vor einiger Zeit als zusätzlichen Service unsere Öffnungszeiten in der Coffeebar im AVZ erweitert und bieten nun auch warme Snacks bis 18:30 Uhr. Die Auswahl kann jedoch leider nur begrenzt sein, da wir auch hier durch die architektonischen Bedingungen (z.B. Ausgabefläche) eingeschränkt sind.

All meine Erläuterungen können nur die Hintergründe erhellen und aktuell nicht die Rahmenbedingungen verbessern. Die Situation wird für die Studierenden und auch für die Hochschulbediensteten und die Mitarbeiter des Studentenwerks jedoch erst dann besser, wenn die lang ersehnte Mensa mit Cafeteria fertig gestellt sein wird. Der Präsident der Fachhochschule, Herr Prof. Dr. Mielenhausen, hat mir als Bauherr versichert, dass die Fachhochschule diese Baumaßnahme nun mit aller Priorität voran bringen wird.

Bis dahin kann ich nur alle, die unter diesen Rahmenbedingungen leiden, um Verständnis bitten. Als Studentenwerk haben wir leider darauf keinen Einfluss. Wir würden uns freuen, wenn sie uns dennoch als Gäste die Treue halten.

Mit freundlichen Grüßen

Birgit Bornemann

Geschäftsführerin

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Birgit Bornemann

Geschäftsführerin

Studentenwerk Osnabrück

Ritterstraße 10

49074 Osnabrück

Tel.: 05 41 / 3 31 07 - 10

Fax: 05 41 / 3 3107 - 31

mailto: birgit.bornemann@sw-os.de

www.studentenwerk-osnabrueck.de

Eine neue Mensa hier am Westerberg ist wie "Warten auf Godot".
Ich habe die Zustände zwei Freunden an der Uni Münster und auch Uni Hannover geschildert und sie fanden es lächerlich. Auch die zahlreichen Flecken an der Decke, die teilweise dreckigen Räume oder auch die wunderschönen Fenster scheinen in Münster und Hannover eher eine Ausnahme als etwas alltägliches zu sein.

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