ZTE Blade: Preisgünstiger Einstieg in die Android-Welt

Dies ist mein neustes Spielzeug:

zte-blade-verpackung

Ein Android-Handy namens ZTE Blade, dass von Orange in Großbritanien und in der Schweiz unter dem Namen San Francisco zum absoluten Kampfpreis angeboten wird. Zusammen mit der obligatorischen Prepaid-Karte kriegt man es zum Beispiel beim schweizer Orange-Ableger "ok,-" für 115 CHF, was derzeit nur etwa 90 EUR sind! Ein vergleichbares Gerät wie das LG P500 Optimus One ist nicht unter 200,- EUR zu bekommen.

In Deutschland vertreibt Base das Gerät als BASE Lutea zusammen mit einem 2-Jahres-Vertrag für 14 EUR monatlich - doch mal ehrlich, wer will schon im E-Plus-Netz dauerhaft ins Internet gehen ;-)?

Die Hardware

Für sein Geld krieg man dann ein 113 Gramm leichtes Multi-Touch-Smartphone mit hellem 3,5" TFT-Display (frühere Versionen hatten ein AMOLED-Display) mit einer für diese Preisklasse ungewöhnlich hohen Auflösung von 480x800 Pixeln. Eine 600 MHz-ARM-CPU, 512 MB RAM, 150 MB Speicher, 2 GB Micro-SD, WLAN, Bluetooth, GPS, Radio und eine 3,2 Megapixel-Kamera (Lutea: 5 MP) runden das ganze ab. Technisch ist es daher am ehesten mit dem erwähnten P500 vergleichbar, dass zwar mit einem schlechterem geringer aufgelöstem Display aufwartet, gefühlt jedoch ein kleines bisschen performanter scheint.

zte-blade-overview

Unterm Display befinden sich die drei Tasten "Home", "Menü" und "Zurück". An der rechten Seite finden sich Tasten für die Lautstärke, und an der Oberseite die Einschalt- und Standby-Taste. Direkt daneben eine 3,5mm-Klinkenbuchse. Die Micro-B USB-Buchse, über die das Blade auch geladen wird, liegt oben links. Die Verarbeitung ist ordentlich. Das Plasikgehäuse schließt gut ab, die Tasten lassen sich ordentlich drücken. Einzig die Lautstärketasten knarzen ein wenig, aber das ist in dieser Preisklasse zu verschmerzen. Zwar liest man in Foren von einem relativ hohen "Ausschuss", aber zumindest ich hatte Glück: Mein Display hat keinen erkennbaren Pixelfehler.

Das Blade wird in allen mir bekannten Varianten mit Simlock ausgeliefert. Nach dem Einlegen einer fremden Simkarte erscheint auf dem Display die Aufforderung, den Entsperrcode einzugeben. Netterweise scheint man sich beim Hersteller nicht viel Mühe mit dem Algorithmus gegeben zu haben; auf leicht über eine Suchmaschine auffindbaren Seiten gibt man die IMEI seines Geräts ein und erhält einen funktionierenden Freischaltcode. Selbstverständlich sollte man dann nicht mehr auf Garantie oder Gewährleistung hoffen, aber bei dem Preis ist auch ein Totalausfall zur Not noch verschmerzbar. Auch das Rooten des Phones ist mit dem Universal Androot-Tool beängstigend einfach.

Kommen wir zur Software:

Das Blade wird mit einem gebrandeten Android 2.1 ausgeliefert. Für die chinesische Variante ist offenbar ein Firmware-Upgrade auf Froyo in Arbeit, aber es ist unwahrscheinlich, dass es von Base oder Orange übernommen und angeboten wird - für einen solchen Service dürfte die Gewinnspanne zu klein sein. Aber dafür gibt's ja schließlich die Community, die aus den Alpha-Versionen der chinesichen Firmware gleich ein ganzes Bündel Custom-ROMs für jeden Geschmack gebaut hat. Hier gilt natürlich erst recht, dass das Upgrade auf eigene Gefahr geschieht und hinterher jeder Garantie- oder Gewährleistungsanspruch verwirkt sein dürfte.

zte-blade-155Meine Erfahrungen in Bezug auf die Software und die Akku-Laufzeit beziehen sich auf das Custom-ROM FLB-Froyo G2 for ZTE Blade von Fibblesan. Damit läuft das Handy sehr flüssig, nur unter Last oder in den komplexeren Leveln von Angry Birds reagiert es deutlich verzögert. Auch in diesem Bereich ist es also mit dem P500 von LG vergleichbar. Der Akku hält für mein Gefühl aber erstaunlich lange durch, zwei bis drei Tage bei normaler Nutzung mit aktiviertem UMTS, WLAN und Bluetooth dürften durchaus realistisch sein. Ein echter Test steht noch aus, denn im Moment wird das Blade jedesmal geladen, wenn ich es per USB an mein Notebook hänge.

Ärgerlich ist ein kleiner Bug in der Firmware: Nach kurzer Zeit im Standby-Modus bricht die WLAN-Verbindung ab und wird auch nicht wieder aufgebaut. Als Workaround existiert im Market eine kostenlose App namens "Blade Wifi Fix", die nach der Rückkehr aus dem Standby den Status prüft und die Verbindung ggf. neu aufbaut. Inzwischen scheint jedoch das Hilfsprogramm "wpa_supplicant" als Verursacher ausgemacht zu sein - mit einer aus einer fremden Firmware kopierten Version scheint das Problem behoben zu werden.

Zubehör

Ein Headset wird mitgeliefert, aber jede Kopfhörer-Mikrofon-Kombination mit 4-poligem Klinkenstecker dürfte in Frage kommen. Die aufgeklebte Displayschutzfolie ist dagegen leider nicht mehr als ein Transportschutz und wird sich schnell ablösen. Wer sein Blade nicht in einer Handysocke aufbewahren will und kein hundertprozentiges Vertrauen in den Inhalt seiner Hosentaschen hat sollte über den Kauf einer Displayschutzfolie nachdenken.

Ich hab mich nach diversen Recherchen zunächst für eine Vikuiti / 3M DQC160 entschieden. Mit den Folien von Vikuiti habe ich schon sehr gute Erfahrungen bei meinem Notebook und meinem alten Nokia E51 gemacht, sie sind stabil, kommen ohne Klebstoff aus und sind relativ einfach anzubringen, eine staubfreie Umgebung vorausgesetzt. Ein Badezimmer nach dem Duschen bietet sich an, und zur vorherigen Reinigung des Displays legt man sich am besten ein sauberes Mikrofasertuch bereit. Der Preis ist zwar mit knapp 10 EUR recht hoch, doch sollte sie auch ein Handyleben lang halten. Leider kann ich zur DQC160 nur eines sagen: Für Touchscreens absolut unbrauchbar! Auf der Softwaretastatur die richtigen Buchstaben zu treffen oder über das Display zu sliden wurde zum Glücksspiel, so dass ich sie nach etwa 8 Stunden noch am selben Tag wieder entfernte.

Ich informierte den Händler, Schutzfolien24.de, über das Problem und erhielt zwei Tage später kostenlos eine Vikuiti ADQC27-Folie zugesandt. Meine anfängliche Skepsis verflog schon wenige Sekunden nach der problemlosen Anbringung: Sie ist perfekt! Absolut passgenau geschnitten und ohne irgendeine spürbare Beeinträchtigung der Touch-Funktionen. Darüber hinaus ist sie kristallklar und optisch praktisch nicht wahrnehmbar. Die ADQC27 kann ich also absolut jedem Empfehlen, der eine Schutzfolie für sein Smartphone sucht. Und Schutzfolien24.de auch, kostenlosen Versand auf Rechnung bei Neukunden und dazu so ein guter Support findet man heutzutage ja leider nur noch selten im Internet :-)

Fazit

Natürlich erhält man für ca. 100 EUR kein Desire oder Galaxy, aber für die tägliche Smartphone-Arbeit mit Android ist es perfekt geeignet. Wer einen günstigen Einstieg in die Android-Welt sucht, der kann bei diesem Gerät bedenkenlos zugreifen! Die Bereitschaft das Orange bzw. Base-Netz zu nutzen oder das Handy unter Verlust der Garantie für andere Netze freizuschalten natürlich vorausgesetzt.

Danke an Ralf für den Tipp und an Yannick für die Hilfe beim Kauf!

Comments

Hast du dafuer zufällig schon ein mencoder profil gebastelt?

mencoder-Profil? Sorry?

Hi,
wie bist du an das Handy rangekommen? Wohnst du in der Schweiz oder hast dort Verwandte?
Man findet hier ja wirklich nichts vergleichbares. :(

Wenn man nicht selbst dort wohnt braucht man schon Verwandte oder Bekannte. Oder man macht halt nen Kurzurlaub dort. Einige sagen, dass es mit Tricks auch über Borderlinx geht, aber das scheint wohl recht aufwendig zu sein.

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